Das Profil der Gemeinde

Das Profil der Gemeinde

Fenster der Diakonissenkirche

Dreiklang: Diakonia, Koinonia, Leiturgia

Diese jeder christlichen Gemeinde und Gemeinschaft geschenkten Gaben und Aufgaben prägen das Frankfurter Diakonissenhaus als eine besonders dichte und lebendige Einheit. Das Leben der Anstaltsgemeinde ist untrennbar verbunden mit dem gesamten Leben des Frankfurter Diakonissenhauses. Die verschiedenen Menschen, die im Frankfurter Diakonissenhaus leben, arbeiten und lernen, sind eine Gemeinschaft von Alten und Jungen, Schwachen und Starken, Kranken und Gesunden, die einander dienen mit den Gaben, die sie von Gott empfangen haben. Leben, Gottesdienst feiern und die Arbeit für die Menschen in den diakonischen Einrichtungen bilden eine Einheit oder, mit einem musikalischen Bild gesprochen, einen Dreiklang.
Diese Gemeinschaft drückt sich auch in der baulichen Struktur aus, in der die Kirche den Mittelpunkt des Geländes bildet, um das die diakonischen Einrichtungen (Altenheim und Kinderhaus) gruppiert sind und das auch das Mutterhaus der Schwestern mit einschließt. Das Zusammenspiel dieser drei Faktoren wird zu einer Oase inmitten der Großstadt Frankfurt zu deren Innenstadtbereich das Frankfurter Diakonissenhaus gehört. Dieser Zusammenklang macht das Gelände des Frankfurter Diakonissenhauses zu einem geistlichen Zentrum in der Stadt Frankfurt.

Diakonia - Der diakonische Auftrag

Das Frankfurter Diakonissenhaus ist zwar als Verein alten Rechtes juristisch eine eigenständige Institution, aber nicht ein von der Kirche isoliertes Werk, sondern dient ihr in der Erfüllung ihres diakonischen und missionarischen Auftrags.
In vielen Gemeinden waren Diakonissen und Diakonische Schwestern in der Kranken- und Altenpflege, in Kindergärten und in der Jugend-, Frauen- und Altenarbeit tätig. Zeitweise haben bis zu 150 Schwestern ihren Dienst in Gemeinden der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) getan. Sie haben dort nicht nur Menschen gepflegt und beim Sterben begleitet, sondern selbstverständlich das gottesdienstliche Leben der Gemeinden und die sonstigen Angebote mit gestaltet.
Infolge des Rückgangs der Zahl der Diakonissen und aus finanziellen und anderen Gründen mussten die meisten dieser Arbeitsgebiete aufgegeben werden. Mit vielen Gemeinden und Ehemaligen der Ausbildungsstätten bestehen weiterhin enge Kontakte, z. B. durch Einkehrtage, Freundeskreis und durch das Mutterhausblatt. Dadurch sind aus dem Frankfurter Diakonissenhaus viele Impulse für Gemeinden entstanden.

Koinonia - Gemeinschaft leben

Die Diakonissen bilden die Kerngruppe; sie verstehen sich als Glaubens-, Lebens- und Dienstgemeinschaft und als Trägerinnen des diakonischen Amtes der Kirche, zu dem sie eingesegnet sind. Sie leben in einer Wirtschaftsgemeinschaft, in der sie füreinander sorgen bis zum Tod. Sie haben nicht nur eine Fachausbildung, sondern auch eine theologische Bildung. Sie leben nach einer geistlichen Lebensordnung, zu der nicht nur das gottesdienstliche Leben gehört, sondern die die alltägliche Lebenskultur und das gegenseitige Verhältnis prägt. Das persönliche geistliche Leben wird ergänzt durch Bibelgruppen und Gebetsgemeinschaften.

Zur Diakonissengemeinschaft gehören z. Zt. 18 Diakonissen. Die Diakonischen Schwestern sind eine Gruppe von 8 Frauen, die im Frankfurter Diakonissenhaus und in Gemeinden beruflich und ehrenamtlich tätig waren bzw. sind. Sie pflegen untereinander geistliche Gemeinschaft (Bibelarbeit)) und unterstützen die Diakonissengemeinschaft.
Die Mitarbeitenden bildet eine Dienstgemeinschaft, zu der Frauen und Männer unterschiedlicher Nationalität und Religionszugehörigkeit gehören. Ein großer Freundeskreis (ca. 300 eingetragene Mitglieder) ist mit den Diakonissen verbunden und unterstützt das Frankfurter Diakonissenhaus mit Teilnahme, Fürbitte und Spenden. Zu ihnen gehören im weiteren Sinn ca. 1.000 Ehemalige der Ausbildungsstätten; mit ihnen und vielen anderen Freund/innen sowie mit Gemeinden, in denen Diakonissen tätig waren, wird Kontakt gepflegt durch das Mutterhausblatt (Auflage 6.600).So gibt es um die Kerngruppe der Diakonissen herum ein vielfältiges gemeinschaftliche Leben von unterschiedlichen Gruppen, die sich mehr oder weniger eng und verbindlich zum Frankfurter Diakonissenhaus halten.
Das Frankfurter Diakonissenhaus ist mit anderen Diakonischen Gemeinschaften vernetzt im Kaiserswerther Verband deutscher Diakonissenhäuser, in der internationalen Kaiserswerther Generalkonferenz und im DIAKONIA-Weltbund und hat dadurch viele Kontakte mit Christen*innen anderer Länder und Kirchen, die im diakonischen Dienst stehen.

Leiturgia - Gottesdienst feiern

„Diakonie geht vom Altar aus“ (Wilhelm Löhe) und führt zum Altar zurück. Der Gottesdienst ist der Quellort gemeinschaftlichen diakonischen Lebens und Handelns. Als Anstaltsgemeinde führt das Frankfurter Diakonissenhaus ein öffentliches vielfältiges gottesdienstliches Leben. Die Kirche ist täglich offen und wird nicht nur von Gemeindegliedern, sondern auch von Patient*innen und Besucher*innen als Ort des Gebets aufgesucht. Sie ist ebenerdig zugänglich und kann von gehbehinderten Menschen besucht werden. Im Festsaal und im Andachtsraum im Mutterhaus, deren Zwischentür für große Versammlungen geöffnet werden kann, finden öffentliche Veranstaltungen der Gemeinde statt.
Das Frankfurter Diakonissenhaus und seine Anstaltsgemeinde sind ein Geistliches Zentrum in der Stadt Frankfurt, das viele Menschen anzieht und das weit über seine Grenzen hinaus segensreich wirkt.