Pilgern

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Pilgerwege in Frankfurt am Main und Umgebung - Den Alltag vergessen und sich auf seinen Glauben besinnen

Vier verschiedene Pilgerwege führen durch bzw. an Frankfurt vorbei. Für alle Menschen, die sich aufgemacht haben zu dieser besonderen Reise, bieten wir gerne eine Übernachtungsmöglichkeit in unserem Haus an. Hier können Sie auch in unserer Kirche Zeit für Stille und Gebet finden. Dazu haben wir dort extra eine besondere „Pilgerecke“ eingerichtet und einen Pilgerstempel für Sie bereitgelegt. Lassen Sie sich überraschen. Gerne sind Sie auch eingeladen an unseren täglichen Andachten teilzunehmen.

  • Lutherweg von Eisenach nach Worms
    Auf den Spuren Martin Luthers führt der ca. 400 km lange Weg in Hessen durch die Stadt Frankfurt am Main.
  • Bonifatius-Route von Mainz nach Fulda
    Der Pilgerweg führt über 185 km auf der Route des Trauerzuges des hl. Bonifatius von Mainz zum Bonifatiusdom in Fulda. Dabei durchqueren Sie die abwechslungsreichen Landschaften des Rheingaus, der Wetterau, des Vogelsbergs und des Fuldaer Landes.
  • Jakobsweg von Berlin nach Santiago de Compostela
    Ein Teilabschnitt von Fulda nach Trier führt durch Frankfurt.

Pilgern

Vita est peregrinatio - Pilgern mit dem weiten Blick

Pilgern ist „in“, das Beten mit den Füßen boomt. Nicht länger nur Teil der katholischen spirituellen und geografischen Landschaft oder allein den besonders Frommen vorbehalten, genießt das Pilgern ein Comeback, oder besser: eine neue Ausrichtung – spätestens seit der Erscheinung des Beststellers „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling vor zehn Jahren.

Gut 500 Jahre nach Beginn der Reformation sind nicht wenige evangelische Christen dabei, das Pilgern – in der evangelischen Tradition lange verpönt – neu zu entdecken und ihm eine eigene Prägung zu geben.

Die lateinische Wurzel des deutschen Begriffs „pilgern“ – peregrinus – bedeutet so viel wie „in der Fremde sein“. Sie eröffnet deshalb die Möglichkeit für Menschen unterschiedlicher Traditionen, sich auf einen neuen Weg zu machen und Ungewöhnliches in der Fremde zu entdecken. Im Kirchenlatein als pelegrinus abgewandelt wird eine Person bezeichnet, die aus religiösen Gründen in die Fremde geht, zumeist eine Wallfahrt zu einem Pilgerort unter-nimmt. Die Fremde soll der Ort sein, an dem man Neues erfährt über sich selbst wie über mögliche Mitgefährten und womöglich auch über Gott, Anfang und Ziel aller Wege.

Auffallend ist in diesem Zusammenhang, dass der Wanderfalke, der wie das Pilgern in den letzten Jahren in Europa ein Comeback erlebt hat, dieselbe Wurzel in seinem lateinischen Namen trägt: Falco peregrinus. Für den modernen Pilger (Homo peregrinus) könnte der seltene Wanderfalke sogar als ein Leitbild oder Begleitsymbol dienen, wenn man über die eigenen Grenzen hinausgehen will. Zum Wesen des Wanderfalken, der etwa beim Sturzflug als Schnellster in Gottes Schöpfung gilt, gehören unter anderem eine besondere Sehkraft und der weite Blick. Selbst aus 100 Meter Entfernung könnte der Wanderfalke theoretisch die Bibel mühelos lesen; unterwegs in der Fremde profitiert er stets vom weiten Blick.

So gilt das vorausschauende Psalmwort auf dem historischen Lutherweg 1521: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ (Psalm 31,9).

Pfarrer Jeffrey Myers