Newsletter

Neues aus dem Frankfurter Diakonissenhaus

Dezember 2021

Geistlicher Impuls: „Der Stern von Bethlehem beleuchtet bis heute den Weg der Suchenden und bietet Gesprächsstoff für den Dialog zwischen Naturwissenschaft und Christentum.“

Liebe Leserinnen und Leser unser Newsletters,

Nur einen Katzensprung vom Frankfurter Diakonissenhaus befindet sich die kleine Keplerstraße, die an den großen Astronomen und Naturphilosophen Johannes Kepler erinnert. Der tiefgläubige Wissenschaftler wurde zwei Tage nach Weihnachten 1571 geboren, und so gedenken wir im ausgehenden Jahr 2021 des 450. Geburtstags Keplers.
Johannes Kepler machte nicht nur große Entdeckungen, wie z.B. die Gesetze der Planetenbewegung („Keplersche Gesetze“), sondern er befasste sich als gläubiger Lutheraner und Wissenschaftler auch mit dem Stern von Bethlehem (vgl. Matt.2, 1.9). Während seit alters her viele Erklärungen für jenes Phänomen gefunden wurden und möglich sind – und man das Ereignis nicht zuletzt als symbolisches Motiv deuten kann, hat Kepler durch eigene Beobachtungen am Morgenhimmel eine neue Erklärung hervorgebracht: die sehr seltene Jupiter-Saturn-Konjunktion. Zur Zeit der Sterndeuter könnte diese für das menschliche Auge wie ein einziger großer Stern – der „Königsstern“ – ausgesehen haben. Egal ob es sich beim Stern von Bethlehem schließlich um einen Kometen oder eine Supernova, ein Zusammen-treffen von Planeten oder eine Mischung aus Naturereignis und symbolischer Deutung gehandelt hat, bleibt der Versuch Keplers, den Glauben mit der Naturwissenschaft zu verbinden, bemerkenswert.
Der 450. Geburtstag des Johannes Kepler bietet Gelegenheit, über das Verhältnis zwischen Theologie und Naturwissenschaft nachzudenken – und erneut zu entdecken, dass die Wahrheit vielschichtig – und schließlich – eine ist. Gerade zum Advent 2021.
Den lohnendsten Weg, die tiefste Wahrheit und das Maß aller Wirklichkeit erblicken wir in Jesus Christus – „der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Joh. 14,6), der zu Weihnachten aufs Neue zu den Seinen kommen wird.
Ein hell strahlendes, gesegnetes Weihnachtsfest wünscht herzlich, auch im Namen von Pfarrer Liermann,
Ihr Pfarrer Jeffrey Myers

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November 2021

Geistlicher Impuls: „Die helle Kehrseite des dunklen Monats“

Liebe Leserinnen und Leser unser Newsletters,

Ende September starb einer der renommiertesten deutschen Theologen der Gegenwart: Eberhard Jüngel. Er wurde 87 Jahre alt. Am Ende der Zeitungsannonce seines Todes steht der bemerkenswerte Satz:
„Vor unseren Augen steht seine unerschütterliche Zuversicht, dass Gott sich in Jesus Christus so gezeigt hat, dass alles Sein der von Gott gewollten Vollendung entgegengeht.“
Das ist in etwa das, was im 2. Korintherbrief etwas einfacher so ausgedrückt wird:
„Auf alle Gottesverheißungen ist in Jesus Christus das Ja!“
Wie beneidenswert ist ein Mensch, der in dieser Gewissheit Abschied vom Erdenleben nimmt!
Angesichts dessen muss der November mit seinen ernsten Feier- und Gedenktagen kein dunkler Monat sein.
Die helle Kehrseite dieser Tage ist die Hoffnung, mit der glaubensfeste Christinnen und Christen seit 2000 Jahren durch das Leben und durch den Tod gehen.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Diakonissenhaus
Ihr Pfarrer Alexander Liermann

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September 2021

Geistlicher Impuls: Das fröhliche Herz

Liebe Leserinnen und Leser unser Newsletters,

der September ist ein Monat in dem das Jahr sich vom Sommer verabschiedet. „Altweiber-Sommer“ ist ein Wort, das auf eine stabile Schönwetterlage hinweist, die besonders ältere und alte Menschen als Wohltat empfinden.
Der September markiert mit seinem milderen Licht den Beginn des Altwerdens des laufenden Jahres. Und zum Älterwerden - hier aber von Menschen - kam mir unlängst folgendes Zitat unter die Augen: „Nicht vergessen, dass wir älter und älter werden aber nicht automatisch (un-) glücklicher!“ (Wolfgang Abendschön). Interessant ist die Klammer um das „(un-) glücklich“. Auch beim Älterwerden gilt es Lebenskünstlerin und Lebenskünstler zu sein, damit das Negative nicht zu groß erscheint und das Positive immer wieder in die Mitte gestellt wird.

Wer dazu gerade besonderen Mut braucht, der oder die lese wie Jesus Menschen auch in Notlagen beflügelt hat oder aber den Schluss des 30. Kapitels des Buches Jesu Sirach, wo über „Das fröhliche Herz“ etwas geschrieben steht.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Diakonissenhaus
Ihr Pfarrer Alexander Liermann

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