Newsletter

Neues aus dem Frankfurter Diakonissenhaus

September 2021

Geistlicher Impuls: Das fröhliche Herz

Liebe Leserinnen und Leser unser Newsletters,

der September ist ein Monat in dem das Jahr sich vom Sommer verabschiedet. „Altweiber-Sommer“ ist ein Wort, das auf eine stabile Schönwetterlage hinweist, die besonders ältere und alte Menschen als Wohltat empfinden.
Der September markiert mit seinem milderen Licht den Beginn des Altwerdens des laufenden Jahres. Und zum Älterwerden - hier aber von Menschen - kam mir unlängst folgendes Zitat unter die Augen: „Nicht vergessen, dass wir älter und älter werden aber nicht automatisch (un-) glücklicher!“ (Wolfgang Abendschön). Interessant ist die Klammer um das „(un-) glücklich“. Auch beim Älterwerden gilt es Lebenskünstlerin und Lebenskünstler zu sein, damit das Negative nicht zu groß erscheint und das Positive immer wieder in die Mitte gestellt wird.

Wer dazu gerade besonderen Mut braucht, der oder die lese wie Jesus Menschen auch in Notlagen beflügelt hat oder aber den Schluss des 30. Kapitels des Buches Jesu Sirach, wo über „Das fröhliche Herz“ etwas geschrieben steht.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Diakonissenhaus
Ihr Pfarrer Alexander Liermann

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August 2021

Geistlicher Impuls: Genuss und Freude im Wonnemonat Mai

Liebe Leserinnen und Leser unser Newsletters,

wir alle stricken unser Leben jeden Tag ein Stück weiter.
Die einen stricken liebevoll und sorgsam; man merkt, welche Freude es ihnen bereitet, ihr „Lebenswerk“ zu
gestalten. Die anderen stricken mühevoll und ungern. Man merkt, welche Kraft und Mühe es sie kostet, ihren
Lebensfaden jeden Tag neu aufzunehmen. Manche wählen ein kompliziertes Muster, andere ein ganz schlichtes. Bei den einen ist es ein buntes Maschenwerk, bei anderen ein Stück in tristen Farben.
Nicht immer können wir die Farbe selber wählen und auch die Qualität der Wolle wechselt: mal weiß und
flauschig weich, mal grau und kratzig. Und öfter lässt man eine Masche fallen, oder sie fallen ohne unser Zutun und zurück bleiben Löcher und ein unvollständiges Muster. Manchmal reißt der Faden und es hilft nur ein Knoten.

Wenn wir unser Leben betrachten, wissen wir genau, welche Stellen das sind. Und oft geschieht es, dass einer sein Strickzeug in die Ecke wirft. Es bleibt uns verborgen, wieviel Lebensfaden wir noch zu verstricken haben. Aber wir haben die Nadeln in der Hand, können das Muster wechseln, die Technik und das Werkzeug. Nur aufribbeln können wir nichts, auch nicht ein kleines, winziges Stück.
Aber wie es auch geworden sein mag, das Strickwerk unseres Lebens: in Gottes Augen ist es einmalig und kostbar. Unter seinem liebevollen Blick lösen sich Knoten und Verdrehungen, wird fehlendes ergänzt, verwandeln sich Laufmaschen in Muster. Mit sicherer Hand fügt er unser Stickzeug ein ins Ganze seines großen, wunderbaren
Schöpfungsmusters.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Diakonissen-Mutterhaus gibt Ihnen
Sr. Christine diese Lebenshilfe weiter.

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Juli 2021

Geistlicher Impuls: Der Fries der Lauschenden

Liebe Leserinnen und Leser unser Newsletters,

wer von uns kennt es nicht – das Lauschen – doch oft nur im Sinne von flüchtigem Vorübergehen. Die Sommerwochen laden uns ein, unser Gehör für Gott, unseren Nächsten und uns selber zu schärfen – eben zu lauschen. `Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr, ´ vermag Gott uns zu sagen – nicht nur in der Kirche!

Genau diese Haltung – ein ruhiges, aufmerksames Hinhören mit wohltuender Distanz – setzt uns in die wunderbare Lage, Gottes tröstende und wegweisende, manchmal auch aufrüttelnde Stimme wahrzunehmen. Mitten im Sommer, nach dem langen Corona-Winter, auf halbem Weg bis Weihnachten.

Die Arbeit an der Diakonissenkirche braucht Leitbilder. Dazu gehört für mich „Der Fries der Lauschenden“ des Bildhauers Ernst Barlach. Auf verschiedene Art und Weise sind die neun Holzfiguren miteinander verbunden in der gemeinsamen Aktivität des Lauschens und der tieferen Wahrnehmung. Die Gestalten mit Namen wie „Die Erwartende“ und „Die Träumende“ und „Der Blinde“ regen eine Reihe von Haltungen an, um das Gehör zu schärfen und dadurch Tiefe zu gewinnen. Lauschen hat also viele Gesichter und Formen.

Herzliche Grüße Pfarrer Jeffrey Myers

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