Newsletter

Neues aus dem Frankfurter Diakonissenhaus

Mai 2022

Monatsspruch Mai 2022

„Mein Lieber! Ich wünsche dir, dass es dir in jeder Hinsicht gut geht und du gesund bist, so wie ich das von deinem inneren Leben weiß.“ (3. Johannesbrief Vers 2, Übersetzung nach der „Guten Nachricht“).

Ist das nicht ein wunderbarer Beginn für einen Brief? Wie sehr hat sich Johannes gefreut über Gaius und für Gaius! Dieser kurze Brief ist ein Juwel aus der Alltagswelt der jungen Christenheit und nebenbei wird hier der Zusammenhang zwischen Körper und Seele deutlich, denn das seelische Wohlbefinden des Gaius wird zum Maßstab des körperlichen gemacht! Das ist bei uns nicht anders als bei unseren christlichen Wegbereiterinnen und Wegbereitern damals: Wenn Du innerlich auf der richtigen Spur bist, wird es auf dein ganzes Wesen ausstrahlen!
Im Monat Mai, dem Wonnemonat in der Nachosterzeit, wünsche ich Ihnen und ganz Europa, was Johannes seinem Gaius am Ende des Briefes mitgab:
„Ich wünsche dir Frieden! Die Freunde hier lassen grüßen. Grüße die Freunde dort, jeden persönlich!“

Ihr Pfarrer A. Liermann

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April 2022

Monatsspruch April 2022

Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.

Johannes 20,18

Gedanken zu Ostern: Maria Magdalena geht zum Grab, sieht den Stein auf die Seite gerollt, läuft zu den Jüngern und berichtet ihnen davon. Alle wollen es mit eigenen Augen sehen, finden das Grab leer – und gehen wieder heim. Maria bleibt allein, sie weint. Sie hat die Begegnung mit den beiden Engeln, die sie fragen: Weib, was weinest du? Maria antwortet: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Maria ist verzweifelt. Sie war dabei als Jesus am Kreuz gestorben ist, und nun wird er ihr nochmals genommen. Sie wendet sich um, sieht jemanden stehen – ist es der Gärtner? Maria dreht sich dieser Person zu und fragt: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo hast du ihn hingelegt, so will ich ihn holen. Jesus spricht sie nun direkt an: Maria! – Maria erkennt Jesus durch dieses „Maria“. Sie spricht ihn auf Hebräisch an: Rabbuni! - das heißt „Meister“. Sie erkennt Jesus, will zu ihm laufen und er spricht zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.

Und Maria kommt und verkündet den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.

Wir wissen nicht, was in Maria Magdalenas Kopf und Herz an Gefühlen durcheinander geraten ist. Jedenfalls ging sie in dieser Situation zu den Jüngern, fest in dem Glauben, dass sie Jesus begegnet ist.

Wir kennen solche Situationen, die einen festen Glauben brauchen, damit eine Situation durchgestanden werden kann. In leichten Zeiten an Gott zu glauben, verlangt uns nicht so viel ab, aber in schwierigen sieht das anders aus, da kann der Glaube an Gott ein Geschenk sein, das es ohne Gegenleistung gibt.

Ihre Schwester Heidi

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März 2022

Betet und bittet zu jeder Zeit! Lasst euch dabei vom Heiligen Geist leiten. Seid dabei stets wachsam und hört nicht auf, auch für alle Heiligen zu bitten.“ Epheser 6, 18

Eine Ermunterung und ein Appell: Gott in den Ohren liegen und zugleich prüfen ob wir mit den richtigen Anliegen zu ihm kommen. Der Monatsspruch für März tut uns allen gerade jetzt einen doppelten Gefallen, denn er ermutigt uns nicht im Sorgen und Selbstmitleid zu versinken, sondern sich Gott anzuvertrauen. Das tut gerade in der besonderen Ohnmacht gut, die wir durchleben, wenn wir auf den Krieg in der Ukraine blicken. Und wir können nicht vorbei schauen. Wir fühlen uns wie Zuschauer in einem ganz düsteren Film, und wir sind nicht ganz sicher, ob wir nicht auch darin vorkommen. „Seid dabei stets wachsam und hört nicht auf, auch für alle Heiligen zu bitten“ - klingt das nicht wie: Seid gute Zeitgenossen, informiert Euch und informiert andere. Und bittet füreinander! Mit den Heiligen sind die Mitchristinnen und Mitchristen gemeint, aber in diesen Tagen vor Gott ganz sicher auch alle, die in diesem Krieg um ihr Leben fürchten – ob Christen oder nicht.

Ihr Pfr. Alexander Liermann

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Februar 2022

Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.“ (Epheser 4,26)

Liebe Freudinnen und Freunde der Diakonissenkirche, liebe Diakonissen!

Nochmal Glück gehabt: In Rage darf man also kommen. Das kann ich mir auch anders nicht vorstellen, denn Zorn gehört zum Menschsein dazu und kommt auch im Diakonissenhaus vor! Manchmal hat der Zorn auch sein Gutes, weil er uns spüren lässt: Hier stimmt etwas ganz und gar nicht. Aber wie leicht ist es, sich seine gefühlte Wut anzuziehen wie eine maßgeschneiderte Jacke, um sich in ihr dauerhaft wohlzufühlen. Ich „Opfer der anderen“! Doch diese Jacke wird schnell zur Zwangsjacke, die sich nach und nach immer enger anfühlt…

Wir sollen im Namen Jesu frei werden von schlechten Gefühlen, die über uns die Oberhand gewinnen, und dazu dient dieser Rat: Sich schnell aussprechen, bevor es immer schwieriger wird, sich vom Zorn zu befreien und auszusöhnen. Damit wir wieder befreit aufatmen können! Dazu helfe uns der Heilige Geist im Februar ganz besonders.

Ihr Pfr. Alexander Liermann

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Januar 2022

„Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ Johannes 6, 37 (Jahreslosung 2022)

Das neue Jahr 2022 beginnt für uns im und um das Diakonissenhaus nicht gerade unbeschwert. Umso schöner ist diese bedingungslose Zusage Jesu, diese Jahreslosung für das neue Jahr.
„Wer zu mir kommt…“, nur darum geht es, das allein reicht, um von Jesus beschenkt zu werden. Jede und jeder von uns kann in unterschiedlicher Haltung zu Jesus kommen: Manch eine bewusst und feierlich, ein anderer eher zufällig und unbedarft. Alles ist in Ordnung, er wird niemand abweisen. Möge unsere Kirche ein Begegnungsraum mit Jesus für möglichst viele sein: Durch ihre Musik, die Stille, die Verkündigung oder einfach „nur“ durch das Wahrgenommenwerden beim Kirchcafé…

Gott segne Sie persönlich und uns als Gemeinschaft derer, von denen niemand abgewiesen wird.

Ihr Pfr. Alexander Liermann

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Dezember 2021

Geistlicher Impuls: „Der Stern von Bethlehem beleuchtet bis heute den Weg der Suchenden und bietet Gesprächsstoff für den Dialog zwischen Naturwissenschaft und Christentum.“

Liebe Leserinnen und Leser unser Newsletters,

Nur einen Katzensprung vom Frankfurter Diakonissenhaus befindet sich die kleine Keplerstraße, die an den großen Astronomen und Naturphilosophen Johannes Kepler erinnert. Der tiefgläubige Wissenschaftler wurde zwei Tage nach Weihnachten 1571 geboren, und so gedenken wir im ausgehenden Jahr 2021 des 450. Geburtstags Keplers.
Johannes Kepler machte nicht nur große Entdeckungen, wie z.B. die Gesetze der Planetenbewegung („Keplersche Gesetze“), sondern er befasste sich als gläubiger Lutheraner und Wissenschaftler auch mit dem Stern von Bethlehem (vgl. Matt.2, 1.9). Während seit alters her viele Erklärungen für jenes Phänomen gefunden wurden und möglich sind – und man das Ereignis nicht zuletzt als symbolisches Motiv deuten kann, hat Kepler durch eigene Beobachtungen am Morgenhimmel eine neue Erklärung hervorgebracht: die sehr seltene Jupiter-Saturn-Konjunktion. Zur Zeit der Sterndeuter könnte diese für das menschliche Auge wie ein einziger großer Stern – der „Königsstern“ – ausgesehen haben. Egal ob es sich beim Stern von Bethlehem schließlich um einen Kometen oder eine Supernova, ein Zusammen-treffen von Planeten oder eine Mischung aus Naturereignis und symbolischer Deutung gehandelt hat, bleibt der Versuch Keplers, den Glauben mit der Naturwissenschaft zu verbinden, bemerkenswert.
Der 450. Geburtstag des Johannes Kepler bietet Gelegenheit, über das Verhältnis zwischen Theologie und Naturwissenschaft nachzudenken – und erneut zu entdecken, dass die Wahrheit vielschichtig – und schließlich – eine ist. Gerade zum Advent 2021.
Den lohnendsten Weg, die tiefste Wahrheit und das Maß aller Wirklichkeit erblicken wir in Jesus Christus – „der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Joh. 14,6), der zu Weihnachten aufs Neue zu den Seinen kommen wird.
Ein hell strahlendes, gesegnetes Weihnachtsfest wünscht herzlich, auch im Namen von Pfarrer Liermann,
Ihr Pfarrer Jeffrey Myers

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November 2021

Geistlicher Impuls: „Die helle Kehrseite des dunklen Monats“

Liebe Leserinnen und Leser unser Newsletters,

Ende September starb einer der renommiertesten deutschen Theologen der Gegenwart: Eberhard Jüngel. Er wurde 87 Jahre alt. Am Ende der Zeitungsannonce seines Todes steht der bemerkenswerte Satz:
„Vor unseren Augen steht seine unerschütterliche Zuversicht, dass Gott sich in Jesus Christus so gezeigt hat, dass alles Sein der von Gott gewollten Vollendung entgegengeht.“
Das ist in etwa das, was im 2. Korintherbrief etwas einfacher so ausgedrückt wird:
„Auf alle Gottesverheißungen ist in Jesus Christus das Ja!“
Wie beneidenswert ist ein Mensch, der in dieser Gewissheit Abschied vom Erdenleben nimmt!
Angesichts dessen muss der November mit seinen ernsten Feier- und Gedenktagen kein dunkler Monat sein.
Die helle Kehrseite dieser Tage ist die Hoffnung, mit der glaubensfeste Christinnen und Christen seit 2000 Jahren durch das Leben und durch den Tod gehen.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Diakonissenhaus
Ihr Pfarrer Alexander Liermann

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September 2021

Geistlicher Impuls: Das fröhliche Herz

Liebe Leserinnen und Leser unser Newsletters,

der September ist ein Monat in dem das Jahr sich vom Sommer verabschiedet. „Altweiber-Sommer“ ist ein Wort, das auf eine stabile Schönwetterlage hinweist, die besonders ältere und alte Menschen als Wohltat empfinden.
Der September markiert mit seinem milderen Licht den Beginn des Altwerdens des laufenden Jahres. Und zum Älterwerden - hier aber von Menschen - kam mir unlängst folgendes Zitat unter die Augen: „Nicht vergessen, dass wir älter und älter werden aber nicht automatisch (un-) glücklicher!“ (Wolfgang Abendschön). Interessant ist die Klammer um das „(un-) glücklich“. Auch beim Älterwerden gilt es Lebenskünstlerin und Lebenskünstler zu sein, damit das Negative nicht zu groß erscheint und das Positive immer wieder in die Mitte gestellt wird.

Wer dazu gerade besonderen Mut braucht, der oder die lese wie Jesus Menschen auch in Notlagen beflügelt hat oder aber den Schluss des 30. Kapitels des Buches Jesu Sirach, wo über „Das fröhliche Herz“ etwas geschrieben steht.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Diakonissenhaus
Ihr Pfarrer Alexander Liermann

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